Homsma

Dipl.-Ing. Thomas Homsma, Projektierung von Betriebsmitteln zur Erstellung von Kunststoffteilen, Miele & Cie. KG

Vielleicht hat sich jeder schon mal gefragt wie ein Stoßfänger, eine Wasserflasche oder das Gehäuse vom LCD-Fernseher hergestellt werden? Mit solchen und noch weiteren Fragen beschäftigt sich der Kunststofftechnik-Ingenieur.

Wie kommt man dazu ein Studium der Kunststofftechnik zu wählen? Bei mir persönlich weckte die technische Ausbildung in der Kunststoffindustrie das Interesse ein Studium der Kunststofftechnik zu beginnen. Mir war es wichtig neben dem theoretischen Wissen auch praktische Erfahrungen im Studium zu sammeln. Das gut ausgestattete Technikum und die optimalen Rahmenbedingungen, wie praxisnahe Ausbildung und gute Betreuung der Studenten, ließ die Wahl für die geeignete Hochschule auf Darmstadt fallen.

Zu dieser Zeit war die Regelstudiendauer für das Ingenieurstudium (FH-Diplom) auf 8 Semester ausgelegt.

Im 8. Semester konnte ich meine Diplomarbeit, bei einem großen Automobilzulieferer im Bereich Scheinwerfertechnik beginnen. Noch während der Bearbeitung der Diplomarbeit begann die Bewerbungsphase für den ersten Job. Die Berufsaussichten als ausgebildeter Kunststofftechnik-Ingenieur sahen sehr gut aus. So konnte ich direkt nach dem Studienabschluss in demselben Unternehmen als Ingenieur übernommen werden. Als junger Ingenieur, quasi Berufsanfänger, sind anfänglich die gestellten Aufgaben noch recht überschaubar. Mit dem Anstieg des Umfangs und der Komplexität der Projekte, steigt auch die Tragweite der Entscheidungen. Um die richtigen fachlichen Entscheidungen zu treffen, ist das im Studium erlangte theoretische Wissen ein gutes Fundament.

Im Laufe der ersten Projekte ergeben sich so manche Gegensätze zwischen Theorie und Praxis. Viele zuvor gelernte „theoretische“ Optimalfälle, wie z.B. kunststoffgerechtes Konstruieren, können in der Praxis aus Designgründen oder aus der Abhängigkeit zu anderen Bauteilen nicht umgesetzt werden. Das heißt improvisieren und aus dem Gegebenen das Bestmögliche machen.

Hinzu kommt natürlich noch neben der Qualität die wichtigste Eigenschaft eines Produktes, nämlich der Preis. Es genügt nicht einfach nur Probleme zu lösen, sondern die Lösungen müssen auch bezahlbar sein.

Heute, drei Jahre nach dem Abschluss, hat sich mein Aufgabengebiet vertieft und auch der Arbeitgeber gegenüber den ersten Jahren geändert. Seit einem Jahr arbeite ich bei einem namhaften Premiumhersteller für Haushaltsgeräte. Dort ist mein Aufgabengebiet die Projektierung von Betriebsmitteln zur Erstellung von Kunststoffteilen, sog. Spritzgießwerkzeuge. Diese Werkzeuge sind größtenteils sehr komplex und damit auch kostspielig. Mit unter können Werkzeuge, z.B. für die Produktion eines sog. Abdeckrahmens, der in einem modern designten Staubsauger das Oberteil bildet, den Wert eines Einfamilienhauses übertreffen. Die Betreuung von solchen Projekten setzt verantwortungsvolles Handeln und damit fundiertes Fachwissen voraus. Ein Studium der Kunststofftechnik ist hierfür der optimale Grundstein. 

Aus meinen bisherigen Erfahrungen heraus kann ich jedem Interessierten ein Studium der Kunststofftechnik empfehlen. Das Einsatzgebiet ist sehr vielschichtig und abwechslungsreich. Mit einem guten Abschluss und einschlägigen Praktika wird der Berufseinstieg problemlos gelingen.

An Stellenangeboten mangelt es jedenfalls nicht.

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